Was ist Biopack & Transport?


Das internationale ZIM-Kooperationsnetzwerk „Biopack&Transport“ ist am 1. September 2019 an den Start gegangen. Die Phase II begann im Mai 2021. In ihm sind bisher 12 kleine und mittelständische Unternehmen – davon zehn deutsche und zwei französische – sowie drei Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen. Bereits jetzt wird das Netzwerk ausgebaut und wächst stetig.

Ziel des Netzwerks ist es, das Potenzial fasergebundener, ökologischer Verpackungen als Ersatz für Plastikverpackungen weiter zu erschließen und zudem für den Bereich der Transportverpackungen zu öffnen. Die Verpackungen sollen kompostierbar und kreislauffähig gemacht werden. Dabei soll ein Schwerpunkt auf der Entwicklung intelligenter Verpackungen liegen, also solchen, die den Zustand der darin befindlichen Lebensmittel – beispielsweise deren Frische – überwachen und dazu Informationen liefern. Dies ist vor allem für hochwertige Lebensmittel interessant, da hier großer Wert auf einen besonderen, qualitätssichernden Schutz der Ware gelegt wird. Für den Bio-Bereich ist zudem der Einsatz umweltfreundlicher Verpackungen ein Muss.

Frankreich ist ein Land regionaler Spezialitäten und bietet somit für den Online-Handel hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten. Durch die Einbeziehung der französischen Partner in das Netzwerk ergeben sich für die deutschen Partner hervorragende Brücken in Form von Industriekontakten und Forschungszusammenschlüssen. Diese ermöglichen es ihnen, neue Märkte im Nachbarland zu erschließen.

Neben der Entwicklung innovativer Verpackungen hat sich das Netzwerk zum Ziel gesetzt, Innovationen anzustoßen, die es ermöglichen, sowohl Unternehmen als auch Verbrauchern transparente Informationen über den Transport zur Verfügung zu stellen und die Integration der Daten in eine Blockchain-Technologie vorzubereiten.

Welche Ansätze werden verfolgt?

Das Thema „nachhaltiger Transport“ in Zusammenhang mit digital betriebener Logistik wird auch mit Blick auf den demografischen Wandel und die Entwicklung ländlicher Räume immer bedeutender. Die Gesellschaft altert, zugleich gehen wichtige Einrichtungen der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum verloren, da sich das Betreiben von Lebensmittelgeschäften, Arztpraxen oder Apotheken aufgrund der schrumpfenden Bevölkerung häufig nicht mehr lohnt. Smarte Logistiklösungen sind gefragt, mit denen die Versorgung aller Bevölkerungsschichten an jedem Standort nachhaltig gewährleistet werden kann.

Die Vision des Netzwerks ist eine nachhaltige Verpackungswelt, die auch digital integriert ist. Die Basis sollen ökologische Grundmaterialien bilden, wobei der Schwerpunkt auf fasergebundenen Verpackungen liegt. Die Rohstoffe hierfür sollen überwiegend aus einjährigen Pflanzen stammen. Damit könnte die Papierindustrie, die durch die Digitalisierung im Grafikbereich in den vergangenen Jahren rund 20 Prozent ihres Marktanteils verloren hat, Märkte zurückerobern. Zudem könnte so der globale Anfall von Plastikmüll reduziert werden.

Auch die geplanten Innovationen in der Entwicklung funktionaler Oberflächen konzentrieren sich ausschließlich auf solche Materialien, die in der Papier-, Pappe-, Karton(PPK)-Fraktion entsorgt werden können. Dabei kommen zwei ökologische Vorteile zum Tragen: Zum einen werden ausschließlich Reststoffe einjähriger Pflanzen eingesetzt, die chemisch unbelastet sind und die „ohnehin anfallen“; zum anderen besteht im PKK-Strom eine hohe Recyclingquote, und die Rezyklate werten den Prozess durch ihre unbelastete Faserstruktur qualitativ auf.

Wer kann teilnehmen?

Das Netzwerk eignet sich für kleine und mittlere Unternehmen mit Bezug zu Verpackungs- bzw. Transportthemen – Produzenten und Lieferanten, Unternehmen aus Messtechnik und Verfahrenstechnik sowie aus der Lebensmittelbranche –, die an Produktentwicklung, Markterweiterung, branchenübergreifender interdisziplinärer Zusammenarbeit und Vernetzung interessiert sind.

Wer sind die Partner?

Aktuell nehmen an Biopack&Transport 12 Unternehmen und fünf Forschungseinrichtungen aus Deutschland und Frankreich teil:

Easy2cool GmbH

Die Münchener easy2coolGmbH bietet maßgeschneiderte Kühlsysteme aus recyceltem Altpapier für Transport und Logistik sowie für Endverbraucher an. Ihre günstige Alternative zu Styropor kann komplett im Papier-, Pappe-, Karton (PKK)-Strom entsorgt werden. Für seine temperaturgeführte Verpackung COOLandFREEZE wurde das Unternehmen mit dem „IF Design Award 2018“ und dem „Innovationspreis Wellpappe“ ausgezeichnet.

EcoCool GmbH

1999 gegründet, hat die EcoCool GmbH mit ihren innovativen Verpackungs- und Isolierkonzepten gleich im ersten Jahr ihres Bestehens den Bremerhavener Gründerpreis gewonnen. Die Verpackungslösungen werden von Kunden aus den Bereichen Pharmazie und Lebensmittel-Internetversand sowie von Speditionen und Logistikern genutzt. Die Expertise des Unternehmens zu klassischer Kühlverpackung soll sukzessive in die Entwicklung ökologischerer Varianten überführt werden. Dabei kommt dem Netzwerk zugute, dass die bisherigen Erfahrungen zu spezifischen Materialeigenschaften und zu Marktbedingungen mit Blick auf unterschiedliche Käuferschichten detailliert ausgewertet werden können.

Ekolis

Das im bretonischen Châteaugiron ansässige Unternehmen Ekolis ist eine Software-Schmiede, die Transportdaten für LKWs verfügbar bzw. auslesbar macht. Diese Anwendung will das Unternehmen nun auch für kleinere Einheiten zur Verfügung stellen. Anwendungen für Paletten liegen bereits vor, der Weg zu noch kleineren Anwendungen ist bereits in der Entwicklungslinie festgeschrieben. Damit ist Ekolis ein idealer Partner für die weiteren Netzwerkfirmen, die mit passender Hardware oder entsprechenden Plattformen eine Gesamtanwendung realisieren können.

Extheria

Ideenfindung und -management sind wichtige Stützen von Extheria.
Extheria kombiniert dabei tiefes Geschäftswissen mit neuen Technologien, um Sie bei der Analyse von Ideen zur Verbesserung von industriellen Prozessen zu unterstützen und den besten und wirtschaftlichen Weg zu finden, um sie zu realisieren.
Darüber hinaus kann Extheria seinen Kunden mit ihrer IOT-Erfahrung helfen, zusätzliche Potenziale in der Wertschöpfungskette zu identifizieren, um die Rendite zu maximieren.

Fresh!packing

Als Hersteller nachhaltiger (Isolier-)Verpackungen sorgt FRESH!PACKING dafür, dass Sie Ihre frischen und gekühlten Waren mit einem guten Gefühl verschicken können.
Die dreiteilige Systemverpackung mit einer Isolierung aus 100% Zellstoff ist herkömmlichen Verpackungs-lösungen nicht nur thermisch gleichwertig, sondern ökologisch und praktisch überlegen – und zudem auch noch kostengünstig.
Unabhängig von aktiver Kühlung in der Produktion, im Lager oder auf dem LKW sichert FRESH!PACKING durchgängig ein definiertes Temperaturspektrum für temperatursensible Produkte.

Frenvi

Frenvi ist ein im Jahr 2019 gegründetes Unternehmen, das sich mit der Herstellung von Einmalbesteck aus Nebenströmen der Lebensmittelindustrie beschäftigt. Hierzu startete das Unternehmen 2021 drei Forschungsvorhaben zu klimaneutralen Upcycling von Reststoffen aus der Getränke- und Lebensmittelindustrie mit mehreren industriellen Kooperationspartnern. Im gleichen Jahr wurde der erste Produktionsstandort gegründet. Die Produkte werden exklusiv über den Großhandel vertrieben.

Gut Wulksfelde Lieferservice GmbH

Die Gut Wulksfelde Lieferservice GmbH aus Tangstedt im Norden Hamburgs hat seit über 30 Jahren Erfahrung im Vertrieb von „Bio-Kisten“. Die Kunden werden direkt beliefert, wodurch die Frische der Lebensmittel garantiert wird. Das Unternehmen ist besonders interessant für die Erprobung neuartiger Versand-Verpackungen, da die gesamte Lieferkette vom Wareneingang bis zur Auslieferung beim Kunden überwacht werden kann. Mit dieser Logistik-Expertise sollen plastikfreie Umverpackungen entwickelt werden, die ein hohes Maß an Lebensmittelqualität gewährleisten. Integriert werden sollen darin neue Elemente zur Kühlkettenüberwachung und zum Tracking.

Kroheck&Co GbR

Kroheck & Co. ist der „Green Tech Innovation Hub“, ein virtueller Begegnungsort und Hotspot für grüne Unternehmen. Als Unternehmensentwickler haben Sie ein einzigartiges Ökosystem geschaffen, um Start-ups, Technologieführer, Universitäten, Forschungs-einrichtungen und Investoren erfolgreich zu vernetzen. So entstehen Ideen, Konzepte und Projekte für den Erfolg von Green Tech-Unternehmen!

Leinos – Reincke Naturfarben GmbH

Die Reincke Naturfarben GmbH stellt ökologische, toxikologisch unbedenkliche Naturfarbenprodukte her. Als Spezialist mit jahrelanger Erfahrung in der Naturstoffchemie ist es dem 1985 unter dem Namen Leinos Naturfarben gegründeten Unternehmen gelungen, Qualität und Ökologie auf der Basis von Naturrohstoffen zu verbinden und Farben, Lasuren und Pflegeprodukte von höchster Verträglichkeit herzustellen. Die Integration der Expertise des Unternehmens für den Bereich „healthy printing“ ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer ganzheitlich ökologischen Verpackung.

Ocean Basis

Das Meer ist die Quelle ihrer Inspiration und ihrer Produkte. Es birgt immense Schätze an Wirkstoffen, die Sie dem Menschen zugänglich machen wollen, ohne dabei den Lebensraum zu schädigen.
Die Forschung an marinen Naturstoffen und ihr Nutzen für Umwelt und Menschen sind Grundlage des Handelns von Ocean Basis.
Ocean Basis entwickelt Lösungen für Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen, wobei die Werte der Natur und der Schutz des Lebensraumes Meer im Zentrum Ihrer Aktivitäten stehen.

Pacoon

Pacoon ist eine Inhaber-geführte Design Agentur und beschäftigt uns täglich mit Marken Strategy, Unternehmens Branding, Naming, Claiming, Material, Beschaffenheit und Funktion, bis hin zu Grafikdesign und Veredelung. Als führende Agentur für Packaging Design und Nachhaltige Verpackung im DACH-Raum zeigt Sie innovative Wege auf und bietet Orientierung und Unterstützung.

ProcSea

Das französische Unternehmen ProcSea betreibt eine Online-Plattform für den Versand von Frischfisch. Innerhalb von 24 Stunden wird der Fisch aus den überwiegend bretonischen Fanggebieten zu den Restaurants in Frankreich, der Schweiz und den Niederlanden gebracht. Über die Internetplattform wird der Handel ohne Zwischenhändler und damit direkt und schnell abgewickelt. Auch größtmögliche Transparenz – in diesem Fall zur Herkunft der Fische und zur Fangmethode – ist gegeben. Damit ist die Firma ein idealer Entwicklungspartner, um intelligente Transportverpackungen für ein teures, empfindliches und zudem schweres Transportgut zu realisieren. Mit ProcSea soll im Netzwerk eine der ersten nachhaltigen Frischfischverpackungen entwickelt und getestet werden.

Richter & Hess Verpackungsservice GmbH

Die Richter & Hess Verpackungsservice GmbH verfügt über eine eigene Fertigung von Wellpappenerzeugnissen für die Industrie. Hierfür steht am Firmenstandort in Chemnitz ein moderner Maschinenpark für das Bedrucken (Flexodruck), Schneiden, Rillen, Stanzen und Verschließen (Kleben, Tapen, Heften) zur Verfügung. Das Produktportfolio umfasst Faltschachteln nach FEFCO-ESBO-Code, Sonderkonstruktionen und Großverpackungen sowie kundenspezifische Lösungen (inklusive Gefache, Einlagen und Zuschnitte). Die Firma möchte im Netzwerk an gedruckten Verstärkungen aus Naturstoffen arbeiten.

SES RFID Solutions GmbH

Die SES RFID Solutions GmbH ist einer der weltweit führenden Anbieter von Lösungen auf dem Gebiet der Radio Frequency Identification (RFID), also der radiowellenbasierten Sender-Empfänger-Systeme. Das Leistungsprofil umfasst kupfergewickelte Antennen mit 125 kHz und 13,56 MHz, dünne und flache Inlays, Dual-Interface-Inlays, Spritzguss- und umspritzte Etiketten, intelligente Wearables und gewebte Antennen. Dieses Leistungsprofil bietet die passende Hardware für das Datenerfassungssystem, mit dem die Transportverpackungen im Netzwerk ausgestattet werden sollen.

Stone-paper

Steinpapier ist eine Papiersorte, welche zu 80 % aus Kalziumkarbonat (Kalkstein) und zu 20 % aus Bio-Polyethylen-Harz (HDPE) hergestellt wird. HDPE kommt als Bindemittel zum Tragen. Als Ausgangsstoff werden Kalksteinpartien aus bestehenden Kalksteinbrüchen verwendet, die zu einem feinen Pulver verarbeitet werden. Der Rheinländische Hersteller ist der erste, der das Bindemittel auf Bio-HDPE umstellen konnte.

Forschungseinrichtungen

Hochschule Geisenheim

Die Hochschule Geisenheim ist mit der mit Kühlketten bestens vertrauten Prof. Dr. Judith Kreyenschmidt vertreten. Der Lehrstuhl für Qualität und Verarbeitung frischer Lebensmittel beschäftigt sich mit innovativen Methoden zur Verbesserung der Lebensmittelqualität und -haltbarkeit von Frischprodukten und deren Vorhersagemodelle. Die Entwicklung und Untersuchung neuartiger Verpackungstechnologien gehört ebenfalls zum Analysefeld der Forschungseinrichtung.

TTZ Bremerhaven

Unter dem Dach des 1987 gegründeten Technologie-Transferzentrums (ttz) Bremerhaven arbeitet ein internationales Team aus rund 50 Expertinnen und Experten in den Bereichen Lebensmitteltechnologie, Bioökonomie, Aquakultur, Sensorik und Analytik. Zudem begleitet das Institut Unternehmen jeder Größenordnung bei der Planung und Durchführung von Innovationsvorhaben. Als Netzwerkmanagementeinrichtung im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) war das ttz bereits in 13 Kooperationsnetzwerken aktiv. Im Euverion-ZIM-Netzwerk Biopack&transport will sich das Institut an Forschungsvorhaben zur Entwicklung neuer Verpackungs- und Versandlösungen für Lebensmittel beteiligen. Auch könnten im ttz beispielsweise Prototypen von Transportbehältern mit hoher Isoliereigenschaft unter Einsatz von ökologischen Materialien oder der Einsatz von Temperatursensoren und anderer Messtechnik für Lebensmittel in der Lieferkette getestet werden.

Dieses Netzwerk ist gefördert durch: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Wie werden Sie unterstützt?

Unsere Innovations- und Netzwerkmanager kümmern sich um alle organisatorischen Angelegenheiten rund um Ihre Projekte. Sie

  • führen Markt- und Wettbewerbsanalysen durch und werten diese für die Aktivitäten des Netzwerks aus;
  • koordinieren die konzeptionellen F&E-Arbeiten im Netzwerk und erarbeiten hierfür die technologischen Roadmaps;
  • helfen Ihnen bei der Erarbeitung Ihrer Förderanträge und bei der Kommunikation mit den Fördergebern;
  • unterstützen Sie bei der Erarbeitung von Marketingkonzepten;
  • organisieren Ihre Präsentation bei Messen und Ausstellungen;
  • übernehmen die Abstimmung mit internationalen Partnern, um passende Förderprogramme auszumachen;
  • sorgen für die Wissensvermittlung und Kommunikation zwischen den Partnern und nach außen;
  • managen die Öffentlichkeitsarbeit des Netzwerks.

Wer sind Ihre Ansprechpartner?

Dr. Marc Köppen
Dr. Marc Köppen
marc.koeppen@euverion.com
Michael Anders
Michael Anders
michael.anders@euverion.com

ERFAHREN SIE MEHR ÜBER UNSERE NETZWERKMANAGER